Persönlicher Werdegang & Einstieg in die Geschäftsführung
Ihre Geschichte: Wenn Sie auf Ihre bisherige berufliche Laufbahn zurückblicken — gibt es einen besonderen Moment oder eine Erfahrung, die Sie schon früh auf den Weg zum Erfolg geführt hat?
Mit knapp Mitte 30 blicke ich wohl anders auf Laufbahn und Erfolg als jemand, der bereits jahrzehntelange Erfahrung auf dem Buckel hat. Insofern ist ein Rückblick für mich eher eine fortlaufende Reflexion darüber, wie schnell ich tatsächlich in die Geschäftsführung von Unternehmen hineingewachsen bin – etwas, das ich mir zum Studienabschluss noch nicht hätte vorstellen können. Und dennoch stand ich kurz darauf mittendrin – herausfordernd, aber letztlich bin ich daran gewachsen.
Ich leite das Bergbauunternehmen Paltentaler Splitt- & Marmorwerke mit den Bereichen Erdbau, Transport und Recycling nun seit knapp 7 Jahren. In sechs Bergbaubetrieben gewinnen wir die Rohstoffe Dolomit und Calciumcarbonat. Zudem führe ich seit 9 Jahren die Firma IPUS, die an der hochwertigsten Zeolith-Klinoptilolith-Lagerstätte in Europa beteiligt ist und entwickeln daraus Produkte für den internationalen Vertrieb in den Bereichen Biogas, Industrie und Landwirtschaft. Unsere Forschungsprojekte haben den Schwerpunkt u.a. auf der Emissionsreduktion sowie Leistung und Tiergesundheit mit Fokus auf das Darmmikrobiom und Darmgesundheit.
Plan war das nie. Es war ein „Learning by Doing“. Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, dann lief im Familienbetrieb vieles anders als bspw. in einem Start-up, das man mit seiner eigenen Idee startet. Man findet sich mitten im Geschehen wieder, ich habe mich nicht bewusst entschieden zum „Das mache ich jetzt“.
Das Grundinteresse war definitiv da. Ich schätze meine Familie, unsere Tradition – und ich bin demütig gegenüber dem, was meine Großeltern aufgebaut und mein Vater weiterentwickelt hat. Dass ich heute in dritter Generation weiterführen darf, ist für mich ein großes Geschenk.
Es gab bei mir nicht den einen Moment, die eine Idee. Die mutigste Entscheidung war 2016, direkt nach dem Studium, die Geschäftsführung zu übernehmen – von heute auf morgen, ohne Übergabe. Im Nachhinein war das eine Bauchentscheidung. Hätte ich alles durchgedacht, hätte mir wahrscheinlich der Mut gefehlt und ich hätte mir die Rolle nicht zugetraut. Manche Schritte muss man wohl einfach gehen, ohne zu lange zu überlegen.
Die Schule in unserem Familienunternehmen war wohl die beste, die ich mir vorstellen kann. Ich durfte viel miterleben, viele Einblicke gewinnen – und durch den Sprung ins kalte Wasser auch viel lernen. Natürlich lernt man nie aus. Aber das Schwierigste war: für die Vision eines anderen zu brennen, ohne selbst auszubrennen. Und genau diesen Sprung musste ich in unserem Familienunternehmen schaffen. Mit einem eigenen Weg, mit meinem Weg.
Natürlich bringt ein Familienunternehmen immer eine Vergangenheit mit sich. Es steckt viel Potenzial darin, weil schon viel aufgebaut wurde. Aber es gibt auch Erfahrungen und Strukturen, oder auch die Firmenkultur, die man anpassen möchte, aber nicht von heute auf morgen verändern kann.
Denn ein Unternehmen zu gründen ist das eine – eines zu übernehmen und zugleich zu erneuern das andere. Ich kann nur für etwas brennen, indem ich selbst mitgestalte. Am Ende soll aus dem Familienunternehmen auch mein eigenes Unternehmen werden.
Entscheidungen mit Herz oder Kopf?
Welche Ihrer bisherigen Entscheidungen war die mutigste? Und wie blicken Sie heute darauf zurück?
Rückschläge und Triumphe: War es immer ein geradliniger Weg zum Erfolg, oder gab es Momente, die Sie komplett aus der Bahn geworfen haben? Wie haben Sie sich wieder aufgerichtet?
Es gab viele Momente, in denen ich nicht mehr wusste, ob das der richtige Weg für mich ist. Was mir in solchen Situationen immer geholfen hat, war die Ausrichtung: den Fokus zu ändern und sich bewusst zu machen, dass es nicht nur Schwarz oder Weiß gibt.
Was mich immer wieder motiviert, ist die Möglichkeit zu gestalten. Also der Beitrag, den man leisten kann. Als Einzelperson – aber noch mehr als Unternehmen. Auch wenn wir kein Konzern sind, so haben wir doch 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und alle haben Familien. Wir arbeiten mit regionalen Partnern, und auch diese beschäftigen wiederum Menschen. Diesen Hebel mache ich mir bewusst und auch, wie viele Menschen mit meinem eigenen Handeln verbunden sind.
Besonders prägend für mich war die Erkenntnis, dass es nicht nur um fachliche Entscheidungen geht, sondern vor allem um das Miteinander. Ein starkes Team, aber auch strategische Partnerschaften, sind langfristig entscheidend für den Erfolg.
Natürlich ist nicht immer alles „happy peppi“. Dann hilft es manchmal wieder einen Schritt zurückzutreten, Dinge zu analysieren und dann mit neuer Energie weiterzumachen. Man lernt schnell, dass man die Dinge nicht persönlich nehmen darf.
Persönliche Werte:Welche Werte begleiten Sie bei allem, was Sie tun, und wie spiegeln sie sich in Ihrem Unternehmen wider?
Meine Werte spiegeln sich in meiner Führungs- und hoffentlich auch in unserer Unternehmenskultur deutlich wider. Verantwortung, Ehrlichkeit und Loyalität sind für mich die Basis. Ich könnte nichts tun, bei dem ich jemanden „andodl“, weder bei meinen Mitarbeitern noch unseren Partner gegenüber.
Als Unternehmerin sehe ich mich in der Pflicht, nicht nur für wirtschaftlichen Erfolg zu sorgen, sondern auch langfristig faire und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.
Familienunternehmen – Herausforderung oder Privileg? Wie erleben Sie den Generationenwechsel in der Praxis?
Ein Familienunternehmen zu führen ist etwas ganz Besonderes – im Guten wie im Herausfordernden. Es gibt keine klare Übergabe mit Datum, zumindest bei uns nicht, sondern man wächst hinein. Oft über Jahre hinweg. Und manchmal eben auch ins Unklare hinein, so wie bei mir.
Mein Großvater mütterlicherseits aber auch mein Vater waren und sind unglaublich mutige Unternehmer. Visionäre, die Dinge bewegt haben, als andere noch zögerten. Dafür habe ich großen Respekt. Aber genau das bringt auch Spannung mit sich, wenn man als nächste Generation eigene Ideen einbringen will.
Es gibt keine Anleitung dafür, wie man in dieser Konstellation alles richtig macht. Vieles entsteht im Tun – und manches auch im Ringen 😉
Unterschiedliche Denkweisen, verschiedene Ansichten, andere Führungsansätze. Ganz ehrlich: da kann es auch mal krachen. Aber das gehört dazu.
Es forderte mir auch Mut ab, Dingen zu hinterfragen. Nicht aus Trotz, sondern weil sich Märkte verändern, Strukturen wandeln und Führung heute anders funktioniert. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, eigene Positionen zu entwickeln – auch wenn das manchmal Konflikte mit sich bringt und für beide Seiten ein Lernprozess ist. Das gelingt auch nicht immer sofort.
Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist meine Familie der wichtigste Rückhalt. Weil wir uns auch nach einer Auseinandersetzung wieder gemeinsam an einen Tisch setzen. Weil wir ein gemeinsames Fundament haben, auch wenn wir nicht immer derselben Meinung sind.
Ich denke, die Konstellation zwischen zwei Generationen muss kein Widerspruch, sondern kann definitiv auch eine Chance sein.
Für mich ist es ein Privileg, auf dem aufzubauen, was gewachsen ist – aber auch die Verantwortung zu tragen, es weiterzuentwickeln. Daher auch mein Leitspruch bei meinem Ledersprung in den Stand des Ehrenbergmannes:
Mit Stolz Bewährtes erhalten und mit Mut zur Veränderung gestalten.
Das Geheimnis Ihres Erfolgs
Was ist für Sie wichtig für Erfolg?
Für mich ist es wichtig, den ehrlichen Austausch zu suchen. Je höher die berufliche Position, desto weniger Feedback bekommt man – und genau das halte ich für gefährlich.
Meine größte Angst ist es, betriebsblind zu werden. Deshalb spreche ich regelmäßig mit ehemaligen Studienkollegen, mit Mentor:innen aus verschiedenen Branchen und nutze jede Gelegenheit, um andere Sichtweisen kennenzulernen – auch als Benchmark. Das gelingt mir oft mit Personen leichter, die mir nicht so nahestehen. Ich habe das Glück, in meinem Umfeld sehr viele Role-Models zu haben, von denen ich schon sehr viel lernen durfte und die mir auch immer noch zur Seite stehen. Denn nur so kann ich meinen eigenen Weg immer wieder hinterfragen und weiterentwickeln.
Das ist auch einer der Gründe warum ich mich bei Frau in der Wirtschaft und Junge Wirtschaft engagiere. Netzwerke sind so wichtig, vor allem für viele Führungskräfte, denen in der eigenen Firma oft wenig Möglichkeiten bleiben, über persönliche Themen und Sorgen zu sprechen.
Eine der ersten Entscheidungen, die ich bewusst getroffen habe, war es, unsere Unternehmen sichtbarer zu machen und unsere Stärken klarer zu positionieren.
Wir haben uns auf langfristige, strategische Partnerschaften konzentriert – und dadurch das Vertrauen unserer Kunden gestärkt.
Das Bewusstsein, dass es nicht nur um Produkte, sondern auch um Beziehungen geht, war für mich ein echter Motivator.
Erfolg neu definiert: Hat sich Ihre Definition von Erfolg über die Jahre verändert? Was bedeutet Erfolg heute für Sie?
Ich denke, dass Erfolg für jeden etwas anderes bedeutet und das sich das über die Zeit auch immer wieder verändern kann. Ich denke in den vielen Jahren bis zu meiner Pension wird sich auch meine Definition von Erfolg immer wieder anpassen.
Man jongliert als Unternehmer immer mit mehreren Bällen und sollte dabei immer im Auge behalten, welche zerbrechlich sind und welche nicht. Dementsprechend muss ich priorisieren. Es ist ein Trial-and-Error-Prozess: Manche Dinge funktionieren, andere nicht. Das Wichtigste ist, mir klar zu machen, dass nicht alles auf einmal geht. Fehler und Scheitern gehören dazu und: ich bin nicht allein. Ich versuche die Dinge im beruflichen Kontext nicht zu persönlich zu nehmen, sondern mit einer gewissen Distanz zu betrachten. Denn am Ende des Tages sind es die Lernprozesse, die mich weiterbringen.
Was sich verändert hat: Die Angst vor Fehlern ist weniger geworden – weil sie sich einfach nicht vermeiden lassen. Was sich auch verändert hat, ist der Umgang damit. Selbstzweifel, Vorwürfe oder Kritik bringen mich nicht weiter. Ich kann nur reflektieren, daraus lernen – und es beim nächsten Mal anders machen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Ich habe lange den Anspruch gehabt, dass ich immer alles richtig machen muss. Aber ich habe gelernt, dass das Scheitern oft die bessere Schule ist – und dass Fehler nicht ausbleiben, zumindest nicht in dieser Position.
Mein Fazit bisher: mehr probieren, dadurch mehr Fehler machen und dadurch schneller lernen – also schneller scheitern ;-).
Tägliche Rituale: Haben Sie bestimmte Gewohnheiten, Routinen oder Rituale, die Ihnen helfen, erfolgreich zu bleiben?
Ich würde die Frage etwas umformulieren: Ich habe bestimmte Gewohnheiten, um belastbar und fit zu bleiben. Das Wichtigste für mich ist gesunde Ernährung, angefangen bei der Auswahl meiner Lebensmittel bis hin zur Zubereitung. Du bist was du isst und ohne guten Treibstoff bleibt auch die Leistung aus. Darüber hinaus hilft mir die Natur beim Abschalten, sei´s beim Wandern, Skifahren oder Laufen.
Die schwerste Entscheidung:
Was war bisher die schwierigste Entscheidung in Ihrer Karriere, und wie sind Sie damit umgegangen?
Eine der schwierigsten Entscheidungen ist es immer, sich von Menschen zu trennen, wenn es nicht mehr passt. Das sind keine einfachen Momente, aber ich habe gelernt, dass Klarheit und Ehrlichkeit hier der beste Weg ist.
Der innere Antrieb: Gibt es etwas in Ihnen, das Sie immer wieder antreibt, selbst wenn die Dinge schwierig werden? Können Sie das beschreiben?
Energie geben mir auch meine ehrenamtlichen Tätigkeiten – etwa über unser Netzwerk Frau in der Wirtschaft oder bei der Jungen Wirtschaft.
Der Austausch, das Feedback und die Dynamik, wenn etwas gemeinsam umgesetzt wird, ist für mich der beste Antrieb überhaupt.
Aber auch im Team – was mich antreibt, ist wenn etwas zurückkommt. Wenn ich merke, dass Bewegung entsteht. Zum Beispiel: ein Mitarbeiter hat ein Problem, es gibt ein klärendes Gespräch und diese Veränderung, die dadurch entsteht, diese Energie, diese neue Tatkraft – das motiviert mich immer wieder.
Es zeigt mir: Wir haben es selbst in der Hand. Und am Ende geht es immer um Beziehungen.
Gerade im beruflichen Kontext, in dem wir so viel Zeit verbringen, ist eine ehrliche und partnerschaftliche Basis mit Handschlagqualität das A und O.
Dazu gehört auch, dass ich unangenehme Themen anspreche. Denn von einer Kuschelkultur hat niemand was. Ein gutes Team hat Ecken und Kanten – Ja-Sager bringen uns nicht weiter. Es braucht die Reibung, damit etwas weitergeht. Da bringt’s nichts, wenn einer vorne steht und alle anderen mitziehen müssen.
Familie und Privatleben
Balanceakt: Wie finden Sie die Balance zwischen Ihrer Rolle als Unternehmerin und Ihrem Privatleben? Gibt es klare Grenzen oder fließt beides ineinander?
Als Selbstständige erlebe ich keine klaren Grenzen. Gerade im Familienunternehmen verschwimmen die Grenzen oft. Das war schon bei meinen Großeltern so und auch bei uns zu Hause war die Firma immer präsent, aber das empfinde ich nicht als etwas Schlechtes.
Schon als Kind waren wir oft mit – sei’s im Steinbruch oder im Büro. Ich bin damit aufgewachsen, kenne manche Mitarbeiter schon seit meiner Kindheit. Das erfüllt mich auch mit Demut und ich finde es wichtig, Kindern mitzugeben, dass Arbeit nichts Schlechtes ist. Arbeit muss mich in gewisser Weise auch erfüllen, immerhin verbringe ich den Großteil meiner Lebenszeit damit.
Manchmal kommen die Kinder meiner Mitarbeiter zu Besuch ins Büro. Dafür gibt es eine eigene Spielecke, damit die Kinder nicht mit dem „Gebucht“ Stempel spielen. Ich bin auch sehr stolz auf meine Mitarbeiter in den Steinbrüchen, die sich auch immer gerne die Zeit nehmen, den Kindern etwas zu zeigen. Für mich ist das das schönste Zeichen, dass Arbeit auch etwas Positives sein kann.
Heißt natürlich nicht, dass es keine anderen Gesprächsthemen gibt oder ich keine Zeit außerhalb des Büros verbringe. Ich spüre, wenn es Zeit wird, etwas ruhiger zu machen. Dann gibt es wieder Phasen, in denen ich voller Tatendrang bin. Das Schöne an der Selbstständigkeit ist für mich, dass ich mich an der eigenen Leistung orientieren kann – und nicht nur an fixen Geschäftszeiten.
Frauen in der Wirtschaft Das Frau-Sein im Business:
Empfinden Sie es als Vorteil oder Nachteil, als Frau in Ihrer Branche tätig zu sein? Was unterscheidet Frauen in der Führung von Männern?
Ich sehe es weder als Vorteil noch als Nachteil. Frauen haben oft eine andere Herangehensweise, und genau das kann ein echter Mehrwert sein. Gleichzeitig halte ich Schubladendenken für überholt. Frauen sind nicht weniger erfolgreich oder selbstständig. Das zeigt sich auch darin, dass mittlerweile knapp 50 % der Neugründer:innen weiblich sind. Und das sagt mehr als jedes Vorurteil.
Es braucht beide Geschlechter. Ich finde es nicht zeitgemäß, hier in klassischen Rollenbildern zu denken. Ich sehe auch keinen Mehrwert darin, das über extremes Gendern oder überzogenen Aktivismus zu regeln. Feminismus bedeutet für mich, uns Frauen die Weiblichkeit zurückzuholen und sie auch im beruflichen Kontext zu leben. Nicht, dass Frauen wie Männer agieren. Es geht um Kompetenz, Vision und die Bereitschaft, Dinge voranzutreiben – unabhängig vom Geschlecht. Und genau deshalb finde ich es so wichtig, dass Frauen auch Rollen in Gremien und Entscheidungspositionen einnehmen. Weibliche Perspektiven sind für die Wirtschaft essenziell. Aber die Mischung macht´s und für echten Erfolg braucht es alle Geschlechter.
Wie weiblich darf Erfolg sein?
Ich denke nicht, dass Frauen zu besseren Männern mutieren sollten. Ich glaube auch nicht, dass das dann noch etwas mit Authentizität zu tun hätte. Letztendlich geht es für mich um das Können, nicht um das Geschlecht. Ich denke es hat sich hier schon vieles getan, aber es braucht definitiv mehr weibliche Perspektive in Führungsrollen. Frauen führen anders als Männer, nicht besser, nicht schlechter, einfach anders. Und deshalb braucht es auch beide Sichtweisen.
Gemeinschaft oder Konkurrenz? Wie empfinden Sie den Umgang unter Frauen in der Businesswelt – gibt es mehr Zusammenhalt oder Konkurrenzdruck?
Gemeinschaft ist essenziell. Wir Frauen entfalten unsere große Stärke, wenn wir uns in der Tiefe austauschen, ohne Konkurrenzdenken. Gruppen, die sich ehrlich austauschen, füreinander da sind, ohne über andere zu sprechen – das erlebe ich als unglaublich bereichernd. Ich kann für andere da sein und sie sind auch für mich da. Wenn wir Frauen uns trauen, uns zu öffnen und gegenseitig zu stärken, kann richtig viel entstehen – Female Empowerment.
Es gibt es so einen „safe space“ über Frau in der Wirtschaft, auch bei uns im Bezirk. Ich glaube fest daran, dass wir das anziehen, was wir selbst ausstrahlen. Und wenn wir selbst nach Werten leben, verändert sich auch das Umfeld mit der Zeit.
Eine Botschaft an junge Frauen: Was würden Sie jungen Frauen sagen, die heute mit großen Träumen starten, aber unsicher sind, ob sie in einer männerdominierten Welt Erfolg haben können?
Für alle jungen Menschen gilt: trauen und dranbleiben. Erfolg ist ein Prozess und kommt nicht von heute auf morgen.
Als junge Führungskraft ohne technischen Hintergrund in einer männerdominierten Branche habe ich mir oft Unterstützung oder einen Mentor gewünscht. Ich nutze jede Gelegenheit für einen Austausch und das kann ich nur weitergeben,
Reden, reflektieren, sich Feedback holen – das ist essenziell für mich. Nur Reflexion bringt uns weiter und lässt uns wachsen – persönlich und beruflich. Ich denke auch nicht, dass dieser Prozess jemals aufhören wird oder man jemals „fertig“ ist. Was heute für mich richtig ist, kann ich in ein paar Jahren rückblickend auch anders sehen.
Authentizität oder Strategie: Wie wichtig ist Authentizität in einer Zeit, in der vieles strategisch geplant wird?
Ich glaube in einer Welt in der man bald nicht mehr weiß, was echt und was KI generiert ist, wird die persönliche Komponente wichtiger denn je. Beziehungen, Echtheit und Bodenständigkeit sind für mich langfristige strategische Erfolgsfaktoren. Ob jemand authentisch ist, kann man eigentlich nur spüren, weil es nicht planbar ist. Genauso spürt man, ob jemand für das brennt, was er tut.
Und solange wir mit echten Menschen Geschäfte machen, wird es auch immer um den Menschen gehen – und darum, möglichst echt und authentisch zu bleiben.
Vor allem als Unternehmerin frage ich mich manchmal in den Momenten des Zweifelns „warum tu ich mir das eigentlich an?“
Was ich mir wünsche – für unser Umfeld, unsere Region und unsere Gesellschaft – ist, dass sich Leistung wieder in einem ganzheitlichen Sinn lohnt. Ich meine, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich.
Leistung heißt für mich nicht nur, was man erarbeitet – sondern was man beiträgt. In Unternehmen, in Familien, im Bezirk und in den Gemeinden. Viele dieser Leistungen lassen sich nicht in Geld messen oder werden nicht mit Geld entlohnt. Oft sind es die Frauen, die das gerade in Familien betrifft. Und doch sind sie das Fundament unseres Zusammenlebens.
Letztlich hängt vieles davon ab, wie gut es unserer heimischen Wirtschaft geht – und ob die Rahmenbedingungen es ihr überhaupt erlauben, im globalen Wettbewerb zu bestehen und zugleich die regional wichtigen Werte in Verbundenheit und verlässlich leben zu können.
Ich wünsche mir, dass wir als Unternehmen weiterhin wachsen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich, im Bewusstsein dafür, was wir beitragen. Dass wir nicht nur die Steine ins Rollen bringen, sondern auch in unserer Gesellschaft etwas bewegen.
Mich inspiriert Dina Lesjak, weil sie nicht nur zwei Unternehmen erfolgreich führt, sondern auch durch ihr Engagement und ihre Werte Menschen verbindet.
Einen kurzen Einblick in unsere Zusammenarbeit gibt es im Video auf YouTube – authentisch, nahbar und mit viel Herz.
Hier geht’s zum Kurzvideo auf YouTube:
https://youtube.com/shorts/IT7o6wVRdAU